Das Projekt “Schlachters Tentation”

Schlachters Tentation ist die Marke eines Apfel-Landwirtes aus Eriskirch am Bodensee.
Martin Schlachter beschäftigte mit diesem Projekt mein Netzwerk und mich für ca.
10 Monate.

 

Der Kunde:

Martin Schlachter ist Landwirt. Sein Hauptgeschäft war das Apfelbusiness bis er vor
ca. 12 Jahren die Brenner Stube in Eriskirch baute. Aus einer zeitgeschichtlich erfahrenen
Scheune baute er eine Gastronomie, die bis zum obersten Vorstand der Weltkonzerne im
nahem Umkreis bekannt ist. Weihnachtsfeiern und Jubiläen, aber auch Privatfeiern
können dort gefeiert werden. Zwei Stuben, ein großzügiger Sommer- und Winter-Biergarten
und ein Dinnete-Backhaus bilden die Gastronomie in mitten des grünen Hinterlandes ab.
Wie der Name der Gastronomie schon sagt, ist das Brennen von Schnäpsen und das Her-
stellen von Likören eine Leidenschaft von Martin Schlachter.
Seit mehreren Jahrzehnten hat er sich dieses Handwerk selbst beigebracht und beherrscht
es meisterhaft.

 

Das Produkt:

In einem Gespräch mit Martin Schlachter fand ich heraus, dass er einen wahren Schatz bei
sich in der Brenner Stube hütet. Das Apfeldestillat Tentation.
Gebrannt als “Klarer” oder leicht gelblich gefärbt durch die Lagerung mit einem Stück Eichen-
Rinde im Fass wurde er in einer milchglasigen Flasche mit herkömmlichem Etikett verkauft.
Nach der Kostprobe war mir klar, dass dieser Tropfen ein ungeschliffener Diamant ist.

 

Das Konzept:

Nach eingängiger Absprache mit dem Kunden wurde ein maßgeschneidertes Konzept verfasst,
welches für das komplette Projekt als Leitlinie diente. Die Aufgabe bestand darin, den Edelbrand
in ein passendes Umfeld und würdigen Kontext zu setzen. Dabei spielten einige Faktoren die ent-
scheidende Rolle:

Um welches Produkt handelt es sich genau?

Herkunft der gebrannten Frucht, Anbauverfahren, Eigenschaften des Apfels, Herstellungsprozess
des Brandes, Charakter des Destillates, etc.

Wer stellt das Produkt her?
Die Geschichte wird nicht um das Produkt herum erzählt, wie es so oft bei Produkten im Markt der
Fall ist; Die Geschichte wird über das Produkt und seinen Erzeuger erzählt. Nicht mehr und nicht
weniger. Martin Schlachter ist ein Macher. Das handwerkliche Geschick und die Disziplin, Dinge
bis zuletzt durch zu ziehen sind nur ein paar seiner Stärken. Das musste mit in das sogen. Storytelling
eingeflochten werden.

Wo wird das Produkt platziert?
Marktsituation bei Edelbränden, Aktuelle Trends im Lebensmittel- und Getränke-Konsum,
Zukünftige Zielgruppe.

Das Konzept paart die natürliche Verarbeitung regionaler Äpfel, die perfektionistische Herstellung und
den extraordinären Charakter des Destillates mit dem handwerklich begabten, robusten und disziplinierten
Mannsbild. Auszüglich waren diese Begriffe die Richtungsweiser:
Handwerk, Manufaktur, Roh, Haptik, Männlichkeit, Selbständig, Robustheit, Bart, Gesund, Nah am
Ursprung, Sympathie, Nahbarkeit, Qualität, Hochwertigkeit, Wertebewusstsein.

Beim Apfel als Frucht und dem Begriff “Tentation” dachte ich sofort an die Geschichte von Adam und Eva
und der Verführung hin zum Biss in den Apfel…

 

Die Maßnahmen:

Resultierend aus dem Konzept wurde ein umfangreicher Maßnahmenplan entwickelt.
Vom Casting, dem Logo über die Verpackung bis hin zum öffentlichen Auftritt wurde alles durchdacht:

1. Die Gestaltungslinie
Die Wahl meiner Netzwerkpartner fiel mit diesem Projekt auf Sven Hiemer und Manuel Kallina.
Sven ist Gründer der Agentur Hinterland und Manuel freier Grafiker. Beide erarbeiteten die Gestal-
tungslinie für Schlachters Tentation orientiert am Grundkonzept und Storytelling.

Das Logo:

Die politische Anordnung des Namenteiles “Schlachters” ist bewusst sehr zurückgenommen.
Die markenrechtliche Eintragung als “Tentation” war nicht möglich, da die Gefahr drohte, sich
im Rechtsstreit mit “Schweppes” wieder zu finden. Der Namenszusatz brachte die Anmeldung
durch.

Aus dem Logo entstanden direkt im Anschluss die Etiketten. Anhand von ihnen kann das Farb-
klima nachvollzogen werden.

 

2. Das Casting

Auf der Suche nach dem passenden Werbegesicht für Schlachters Tentation organisierte ich ein
Casting welches in der Brenner Stube abgehalten wurde. Über die Presse und Facebook-Ads wurde
der Aufruf publiziert. An zwei Samstagen wurden 22 Männer aus der Region befragt, getestet und
begutachtet. Hier ein Auszug aus dem Casting

Ein Model-Release Vertrag wurde aufgesetzt und ein Profil für jeden Teilnehmer erstellt.
Nach einigen Besprechungen und Überlegzeit wurde eine Entscheidung gefällt:

Das Gesicht der Marke “Schlachters Tentation” wurde Fabian Metzger. Zufällig ist dieser ein
professionelles Model und leidenschaftlicher Bartträger.

 

3. Die Verpackung
Herwig Bischof ist ein über die Maßen begabter Verpackungsdesigner. Er hatte mich mit einigen
Projekten sehr beeindruckt und überzeugt. Zu diesem Projekt konnte ich ihn endlich einmal selbst
in Anspruch nehmen, was sich sehr gelohnt hat.
Die Verpackung wurde dem Konzept und Storytelling entsprechend entworfen. Die Briefings
wurden bewusst zusammen mit den Gestaltern vorgenommen, da Teil der Verpackung ein Schuber
sein sollte. Hier geht’s zur Bildergalerie des Entwurfsprozesses bis hin zur Umsetzung.

Die Verpackung dient gleichzeitig als Versandverpackung und schützte die Flasche bei einem
Aufprall nach 5 Metern Fall. Hergestellt wurde sie in Vorarlberg und zusammengesetzt durch
die CARITAS Vorarlberg. (Letztes Bild der oben verlinkten Bildergalerie.)

Sogar beim kleinen Verschlussriegel wurde auf das Material geachtet. Er ist aus massivem
Fichtenholz. Dieser ist mit Teil der Verpackungsentwicklung und so nirgendwo zu finden.
Passend zum Logo wurde ein Stempel bestellt, mit welchem die Verpackung ausgezeichnet
wurde.

 

4. Der Schuber
Der Schuber entstand parallel zur Verpackung und wurde von der Druckerei Turnherr in
Rankweil umgesetzt. Außen wird die Wiedererkennung gewahrt, innen strahlt das kräftige Gelb.

 

 05. Texterei
Gute Texte sind in der Werbebranche leider Mangelware, da sie oft nebenbei erledigt werden.
Johannes Lampert wird von mir als Philosophietexter gesehen. Er schreibt schmuckvolle,
emotionale Texte und kam für dieses Projekt genau richtig. Dieser Text steht z.B. auf dem Schuber:

“Ein Tag im Herbst

Nebelschwaden ziehen über die kühlen Felder. Man kann wieder seinen Atem sehen.
Die Sonne steht tief. In den Körben stapeln sich Äpfel.
An den Knien haben die schweren Jeans leichte Risse und feuchte Grasflecken.
Der Zauber kann beginnen.
Sehen Sie diesen Moment vor sich?
In jedem der handverlesenen Tentation-Äpfeln steckt die Kraft echter Handarbeit, die Tradition
von Generationen und die Genauigkeit handwerklicher Disziplin.
Jeder Schluck erzählt seine eigene Geschichte.

Seine Texte erzählen die Geschichte auf allen Werbemedien konsequent weiter.

 
6. Das Fotoshooting
Dank der guten Kontakte den Kunden konnte die Recherche nach dem geeigneten Umfeld für ein
Shooting verkürzt werden. Eine alte Schreinerei über Gornhofen wurde zum Shooting-Szenario.
3 Tage verbrachte ich mit Fabian Metzger am Set. Diese Bilder resultierten daraus.
Kurz danach wurden die Produktbilder fotografiert. Dazu diente eine über 100 Jahre alte Werkbank.
Das gesamte Bildmaterial wurde von mir selbst mit einer EOS 7D und meinem mobilen Fotostudio
umgesetzt und nachbearbeitet

 

7. Die Webseite
Bereits während der Verpackungsumsetzung war das Projekt “Webseite” in vollem Gange. Zusam-
men mit Sebastian Elpers, meinen Top-Programmierer für Webseiten-Projekte, wurde eine
wunderschöne Webseite nach modernsten Kriterien umgesetzt. Natürlich hatten die Gestalter
hierbei das letzte Wort. Die Webseite ist voll responsive, kann also von nahezu jedem online-
fähigen Gerät angesehen werden. Zur Webseite geht’s hier!

 

8. Die Promotion-Medien
Passend zum Produkt wurden Flyer und Postkarten entworfen. Diese wurden entweder dem ver-
sendeten Gut beigelegt oder auf Events verteilt. Die Arbeit war Begleitprojekt zur GUSTAV-Messe
2014, welche das Coming-Out für die nun reife Marke “Schlachters Tentation” war.

 

9. Der Messestand der GUSTAV 2014
Der Auftritt auf der GUSTAV 2014 war die Probe auf’s Exempel. Dort setze sich der Kunde dem
ehrlichen und direkten Feedback seiner potenziellen Kunden aus. Aufgeschnittene Äpfel der Sorte
Tentation und das Destillat wurden von hunderten Menschen verköstigt.
Bei der Standgestaltung achteten wir penibel auf Feinheiten, wie man den Bildern entnehmen kann.
Das Fazit war ein Fest: Insgesamt wurden 50 Flaschen des Edel-Destillats verkauft und 150 Stück an-
gefragt. Zum Messepreis von 34,90€ gingen sie über die Theke des Messestandes.

 

10. Credits

Dieses Projekt ist eines der schönsten und hochwertigsten, die ich je leiten durfte. Es ist der Beleg
für funktionierende Zusammenarbeit, einer anwendungsreifen Methodik, für die Führung und Leitung
im Netzwerk und Qualität aller beteiligten Firmen. Ich bin sehr stolz, das Vertrauen meines Kunden
Martin Schlachter in solch großen Umfang genießen zu dürfen. Vermutlich wurde das komplette Projekt
auch deswegen so überragend, weil Kunde und Konzept zwar Leitplanken vorgaben, jeder dennoch
die Freiheit hatte um in Wohlfühlatmosphäre zu arbeiten.

Besonderer Dank gilt diesen Personen, ohne welche dieses Projekt nicht möglich
gewesen wäre:

Martin Schlachter, Kunde und aktiver Helfer
Stefanie Schlachter, Tochter des Kunden und am Casting & Messe-Standkonzept beteiligt
Greta von Bronewski, Begleitung & Assistenz im Projekt
Sanya Zillich, Mitwirkung bei der Konzeption
Sven Hiemer, Gestaltung
Manuel Kallina, Gestaltung
Herwig Bischof, Verpackungsdesign
Johannes Lampert, Texterei
Sebastian Elpers, Webdesign & Programmierung
Fabian Metzger, Model
Karoline Mühlburger, Kontaktvermittlung Messe Dornbirn, Projektbegleitung
Franz Ha, Messeleiter GUSTAV 2014
Herr Stadler von Nowlan&Stadler, Patent & Markenanwalt

Team Druckerei Kling Kressbronn, Druck Printmedien
Team Druckerei Turnherr, Druck Schuber
Team Messe Dornbirn
Team CARITAS Vorarlberg
Redakteure Südkurier & Schwäbische Zeitung
Team Rekru Kressbronn, Flaschen & Zubehör

 

 

 


Die Adobe Creative Cloud

Seit ca. 8 Monaten arbeite ich mit der Adobe Cloud.
Nach Adobe CS6, welches man als Softwarebundle kaufen konnte
und was mit hohen Kosten verbunden war, kam kein Update mehr
raus.

Kunden waren danach gezwungen auf die Cloud-Lösung von Adobe
umzustellen wenn sie mit der neuesten Software arbeiten wollten.

Zugegeben, ich war skeptisch zu Beginn, doch schon bald wurde mir
der absolute Vorteil davon klar. Die Softwareupdates kommen in
kleine Schüben und halten alle Programme immer auf dem neuesten
Stand.

 

Leider ist die Kreativbranche seit vielen Jahren erkrankt und kränkelt
immer mehr im Qualitäts-Sektor. Jeder, der Photoshop auf dem Rechner
hat ist heute ein Designer, was den Markt fast vollständig kaputtgemacht
hat und die echten, großen Designer nahezu aussterben ließ.
Die Cloud ist für fast jedermann finanzierbar. So ist die Hürde, sich das
Handwerkszeug zum Designen holen zu können viel niedriger geworden.
Ein Softwarebundle kostete durchschnittlich zw. 2-4.000 €.

Für Adobe ist es ein guter Schachzug, da die Software vor der Cloud sehr
oft kopiert und illegal verwendet wurde. Auch aufgrund des hohen Preises.
Adobe holt sich diese potenziellen Kunden mit der Cloud zurück.

Ein weiterer Vorteil der Cloud: Sie bieten Tutorials an, um in der Anwendung
der Programme geübter zu werden.

Ich persönlich fand die Umstellung auf die Cloud sehr von Vorteil,
da alles unkomplizierter ist. Dennoch war es nicht gerade die feine
Art von Adobe, umzustellen ohne die Kunden vorab zu informieren
oder Alternativen zu bieten.